Dani und Mila

Eigentlich war ich mit meinem Gary rundum zufrieden, doch dann stand auf einmal diese riesige (180cm) Schimmelstute im Stall. Sie ist als nicht mal 5-jährige aus einem Springstall als “unreitbar” ausgemustert worden und sollte nun in der Zucht eingesetzt werden. Sie war ziemlich ängstlich und ließ sich kaum anfassen. Sie ging dann den Sommer über zum Hengst und kam im Oktober tragend wieder in Stall. Währenddessen ließen mir ihre Verletzlichkeit und die dazu warmen Augen jedoch keine Ruhe. Mein Ehrgeiz und Mitgefühl war gepackt, sodass ich diese schöne Holsteiner Stute Anfang November kaufte und im Gegenzug Gary in den Besitz seiner Reitbeteiligung überging.

Die erste Zeit verbrachte ich mit viel Putzen und Spazierengehen. Nachdem sie langsam wieder ein bisschen Vertrauen in die Menschen aufgebaut hatte, fing ich an, sie ein wenig zu longieren, probierte mal die Trense und einen Sattel aus und nachdem alles wunderbar funktionierte, setzte ich mich das erste Mal drauf.

Es war unbeschreiblich und noch ziemlich unsicher auf beiden Seiten. Sie akzeptierte es jedoch und so hatten wir noch ein paar schöne Ausritte, bis sie in den wohlverdienten “Mutterschutz” ging.

Am 11.08.2017 kam ich dann morgens zur Koppel, um nach ihr zu sehen, und, als wenn sie nur auf mich gewartet hat, ging die Geburt los. Schnell ein Anruf bei Wiebke und der Stallbesitzerin und wir durften ihr wunderschönes Hengstfohlen mit zur Welt bringen.

Nach ihrer “Elternzeit” wechselte ich den Stall und fing an, sie zu arbeiten. Bis jetzt verfeinern wir immer noch die Rittigkeit, arbeiten am Vertrauen und haben jede Menge Spaß, Schreckmomente und Diskussionen miteinander. Oftmals bin ich am Rande der Verzweiflung, da sie sich immer wieder neue “Baustellen” ausdenkt. Ich würde lügen, zu sagen, dass der Weg immer leicht war, aber bis hier hin hat er sich definitiv schon gelohnt – denn sie einfach mein Herzenspferd.






Wiebke und Cayla

Anfang Mai 2019 kam dann die 4jährige Holsteinerstute Cayla auf den Hof, die ich bis zu ihrem Verkauf reiten durfte, denn meine Kleine stand noch auf “Babykoppel”.

Cayla und ich verstanden uns vom ersten Moment an spitze! Es machte immer riesen Spaß, sie zu reiten.

Ende Mai begannen wir dann, Indian Summer, inzwischen Inya genannt, zu arbeiten.

An der Longe, am Bodyformer. Sie gewöhnte sich schnell an Sattel und Trense und schließlich kam sie nach recht kurzer Zeit auch mit Reiter ins Gelände…leider nicht mit mir, denn ich war einfach zu schwer.

Ich arbeitete sie weiter vom Boden aus…aber ich konnte es mir nicht verkneifen, mich einmal raufzusetzen.
Ich hätte heulen können vor Glück. ICH saß auf MEINEM Pferd. Sie war zu jedem Zeitpunkt super-artig, alles klappte auf Anhieb, sie war von Anfang an hoch motiviert, was zu lernen und alles richtig zu machen!

Ich stellte schnell fest, was Inya für ein anspruchsvolles, motiviertes, hochklassiges Pferd ist und es kamen die ersten Zweifel, ob ich ihr auf Dauer gerecht werden kann mit meinem know-how bzw not-know-how.

Ebenso merkte ich, wie anstrengend es war, alles unter einen Hut zu bekommen – Familie, Vollzeitjob, ein junges Pferd arbeiten und ein Pferd reiten – denn Cayla war ja auch noch da und es war noch immer fantastisch, ich lernte so viel mit ihr!

Ich wurde gefragt, ob ich tauschen will…..und ich fing tatsächlich an, darüber nachzudenken.
Beide waren keine Option…Es musste eine Entscheidung her, das Thema zerriss mich…fragt mal Dani, wie anstrengend und nervraubend diese Zeit war…nicht nur für mich 😉

Also beschloss ich, das Schicksal entscheiden zu lassen, und wir boten beide zum Verkauf an.

Mitte November kam jemand, der ein Sportpferd für seine Bereiterin suchte und ernsthaftes Interesse zeigte. Er war einfach begeistert von “meinen” 2 Mädchen und…

…er wollte BEIDE 😂

Letztendlich entschied er sich für Inya. Ich freute mich riesig! Sie bekam die Chance, die sie verdient, die ich ihr nicht bieten konnte! Endlich hatte es ein Ende! Ich verabschiedete mich von ihr und half beim Verladen…..

es war ok…

wirklich…ja…

es war gut……

ich habe geheult, wie ein Schloßhund…

Mein Kopf sagte, es ist das, was du wolltest, es ist das Richtige. Die Kleine wird jetzt gefördert, kann ihr ganzes Potenzial ausleben.

Cayla ist MEINS, wir passen zusammen wie “Arsch auf Eimer”. Trotzdem blutete mir das Herz…und es tut auch heute noch weh…aber es ist ok…

Die Liebe zu Cayla wächst von Tag zu Tag, wir lernen uns immer besser kennen, wir lernen voneinander, miteinander und ich kann inzwischen sagen: “Ja…Cayla ist MEIN Herzenspferd, MEIN Seelenpferd!“